2010

26.02.2010

Autohof ausgebremst!

Paukenschlag: Der Samtgemeinderat hat Donnerstagabend bei seiner Zusammenkunft im Heeßer Krug geschätzte 200 Zuhörer mit dem einstimmigen Votum überrascht, das Thema „Änderung des Flächennutzungsplans“ von der Tagesordnung zu nehmen.

„Das Thema Autohof ist abgesetzt“: Die Mienen der Zuhörer entspannen sich, der erste Beifall brandet auf. tw

Heeßen. „Die Gemeinde Heeßen wird ihren diesbezüglichen Antrag auf der Ratssitzung am 18. März zurückziehen“, hatte Eilsens Bürgermeister Bernd Schönemann, in Personalunion auch Gemeindedirektor in Heeßen, unter dem donnernden Applaus der 200 erklärt. Damit ist das umstrittene Projekt eines Autohofes in der Gemarkung Heeßen politisch tot.
Die besten Plätze im Saal des Krugs sind schon vor 18.30 Uhr weg – mehr als eine halbe Stunde vor Beginn der von Dr. Wilhelm Dreves (CDU) präsidierten Sitzung. Viele der Zuhörer haben sich am Eingang Kärtchen ans Revers stecken lassen, mit denen sie ihrem Nein zum Autohof Ausdruck verleihen. „Ich bin schon seit 1991 im Rat – aber so viele Zuhörer wie jetzt in Heeßen oder zuvor in Luhden habe ich bei einer Zusammenkunft noch nicht erlebt“, staunt SPD-Ratsherr Hartmut Büscher. Als alle Sitzplätze weg sind, stehen die Bürger bis auf die Diele.
Sie müssen nicht lange auf eine Nachricht warten, die für das Gros offensichtlich eine gute ist. Denn schon beim ersten Punkt der Tagesordnung ergreift Schönemann das Wort: „Rat und Verwaltung der Gemeinde Heeßen und der Samtgemeinde haben heute nochmals ausführlich über den Autohof gesprochen“, sagt er. Dabei seien die Bedenken, „ja Befürchtungen“ erörtert wurden, die nicht nur Luhdener vorgebracht haben.
Fazit: Zwar sähen Rat und Rathaus nach wie vor die Vorteile des Projekts – Parkplätze für Lkw-Fahrer, Arbeitsplätze, Steuereinnahmen. Aber es gebe eben auch Nachteile. „Ich selbst habe fünf Jahre im Amt für Naturschutz gearbeitet“, erinnert der Samtgemeindebürgermeister. Und ergänzt: „Deswegen halte ich die Größe der Fläche, die durch einen Autohof versiegelt würde, für ein echtes Problem.“ Zwar handele es sich nicht um 73 000 Quadratmeter, wie in einem Schaumburger Periodika behauptet, sondern „nur“ um 42 000 Quadratmeter – doch auch das sei zu viel.
Schönemann mit Nachdruck: „Rat und Verwaltung der Samtgemeinde legen großen Wert auf eine gute Zusammenarbeit mit Luhden und allen anderen Eilser Gemeinden.“ Als das Luhdener Nein zum Autohof im Rathaus bekannt wurde (wir berichteten), hätten sofort die Telefonleitungen geglüht. Ergebnis der Absprachen: Die Gemeinde Heeßen, die zuvor Ja zum Aufstellen eines B-Planes „Autohof“ gesagt hatte, wird ihren Antrag auf Ändern des F-Planes auf der nächsten Ratssitzung am 18. März zurückziehen – und den Beschluss zum Aufstellen des B-Plans rückgängig machen.
Mehrfach aufbrandender, langanhaltender und donnernder Applaus aus den Zuhörerreihen ist der Dank. Dem Samtgemeindebürgermeister zufolge ist die Investorenfamilie Breuer über das wahrscheinliche Votum noch kurz vor der Sitzung des Eilser Rates informiert worden. Sie hatte in letzter Minute einen abgespeckten Plan vorgelegt, der nur noch bis zum Luhdener Weg reicht und statt 168 nur noch 70 Lkw-Stellplätze beinhaltet. Doch: „Die Emotionen sind zu hoch gekocht – wir stoppen das jetzt“, so Schönemann.
Daraufhin nimmt der Rat der Samtgemeinde das Thema „Autohof“ bei einer Enthaltung (Gerhard Hasse) von der Tagesordnung. Paul Mühe (sen.) einer der Initiatoren der in Gründung begriffenen BI, steht daraufhin auf, bedankt sich bei allen Entscheidern, aber auch bei all denen, die in den Wochen zuvor öffentlich gesagt haben, dass sie gegen das Projekt sind. tw

22.01.2010

„Prüfen Sie die Pläne für den Autohof kritisch!“

Luhden/Heeßen (tw). Die Pläne der „Arge Projekt“ für einen Autohof an der Grenze der Gemeinde Heeßen schlagen hohe Wellen. In einem „offenen Brief“ hat sich der Luhdener Ratsherr Frank Struckmeier (SPD) jetzt an Samtgemeindebürgermeister Bernd Schönemann sowie die Mitglieder der Ratsfraktionen im Samtgemeinderat und die Mitglieder der Gemeindegremien Heeßen, Buchholz und Luhden gewandt.

Struckmeier ruft die Ratskollegen dazu auf, besonnen und mit Sachverstand an die Entscheidung Autohof heranzugehen. Zwar sei seine eigene Entscheidung, für oder aber gegen den Autohof noch nicht gefallen – gleichwohl aber gibt der Luhdener folgendes zu bedenken: Mit einer Fläche von 50 000 Quadratmetern, 160 Stellplätzen für Lkw und 135 für Pkw sowie mit 50 Arbeitsplätzen sei ein Authof bei Heeßen „sicherlich nicht einer der kleinsten in Deutschland“. Wer auf www.autohof.de nachschlage, finde schnell heraus, dass die übliche Größe für einen Autohof zwischen 50 und 160 Stellplätze betrage.

Struckmeier: „Der Investor hat nach Medienberichten etwa 50 Arbeitsplätze in Aussicht gestellt. Dies wäre für unsere Region sicherlich ein wirtschaftlicher Pluspunkt.“ Aber: Mache man sich kundig, könne man erfahren, dass Deutschlands größter Autohof „Geiselwind“ nur etwas mehr als 100 Arbeitsplätze bietet „Dies“, so der Politiker, „dürfte die angegebene Zahl sicherlich relativieren“.

Rechne man die 160 Lkw-Stellplätze mit einer durchschnittlichen Verweildauer pro Stellplatz mit sechs Stunden an, könnten auf dem Heeßer Gelände 640 Lkw pro Tag kommen und wieder fahren; das bedeute 1200 Lkw-Bewegungen pro Tag. In 52 Wochen eines Jahres mit fünf Arbeitstagen errechnet Struckmeier 332 800 Lkw-Bewegungen pro Jahr; nicht berücksichtigt sind Pkw, Busse und Lkw, die nur zum Tanken den Autohof anfahren.

Auf dem Autohof seien nun mehr als 332 800 Lkw-Bewegungen zu erwarten, verbunden mit

Staubemission durch Bremsenabrieb und das Starten der Motoren.

Lärmemission durch das Abbremsen und Anfahren. „Außen vor“, so der Ratsherr, „sind hier noch Events: Countrynight, Konzerte, und Lkw-Verkaufsveranstaltungen, sowie der Betrieb von Kühlaggregaten an Kühllastern beim Stillstand“.

Dieselverbauch von Standheizungen an Lkw von etwa ein bis zwei Litern pro Stunde (pro Tag und voller Auslastung des Autohofes zwischen 640 und 1280 Litern Diesel nur für die Beheizung der stehenden Lkw.)

Lichtemissionen durch die Ausleuchtung und die ankommenden und abfahrenden Fahrzeuge.

„All diese Belastungen kommen zu den Belastungen der A 2 und der B 83 zusätzlich auf die Bewohner in den angrenzenden Gemeinden zu. Die vorherrschenden Ost- und Westwinde tun ihr übriges, all diese Belastungen in die Gemeinden Buchholz und Luhden zu tragen“, ist der Politiker überzeugt.

Die parkenden Lkw in Luhden blieben trotz des Autohofes erhalten, da sie nur über Nacht und an den Wochenenden von Einwohnern aus Luhden beziehungsweise umliegenden Gemeinden dort abgestellt würden; wobei die Fahrer kaum Geld für einen Parkplatz auf einem Autohof bezahlen würden. Struckmeier: „Zu befürchten ist allerdings, dass die Lkw, die nicht auf dem Autohof parken möchten, sich ihr Plätzchen in einer Gemeinde um den Autohof herum suchen werden.“

Aus ökologischen Gründen hält der Ratsherr die Nutzung von regenerativen Energiequellen, wie Solarthermie, Fotovoltaik und Wärmepumpentechnik und nicht zuletzt die Nutzung von BHWK zur Energieversorgung für besonders empfehlenswert – „um nicht zu sagen sogar für ein Muss“. Der Autohof müsse weitgehend autark sein und vielleicht sogar mehr Energie liefern als er verbraucht. Struckmeier: „Diese Forderung sollte in die Vorgaben der öffentlichen Hand einfließen und umgesetzt werden. Damit könnte der Autohof ein Vorzeige-Projekt für die Region werden, was die Nutzung von regenerativen Energien anbelangt.“

Durch den Autohof werde eine große Menge Abwasser produziert: da stelle sich die Frage, ob die vorhandenen Kapazitäten der Kläranlagen ausreichen oder erweitert werden müssen. „Hieraus ergibt sich auch die Frage: Wer bezahlt eine mögliche Erweiterung der Kläranlage?“, meint der Politiker.

Der Autohof werde auf dem Gebiet der Gemeinde Heeßen geplant. Wenn es in den nächsten Jahren zu einer Erweiterung der Anlage kommen sollte, könne dies nur auf dem Gebiet der Gemeinde Luhden geschehen. Dies bedeute eventuell: „Die Parkplätze werden nach Luhden erweitert, aber die Steuereinnahmen gehen nach Heeßen“, gibt Struckmeier zu bedenken.

Durch die genannten Einflüsse könne es zu einer Verminderung der Lebensqualität in den Gemeinden und sogar zu einem erheblichen Wertverlust der Grundstücke und Immobilien kommen.

Als Politiker erkenne er zwar die grundsätzliche Notwendigkeit von Autohöfen an, um Lkw-Fahrern die Möglichkeit zu geben, die Ruhezeiten einzuhalten und erholsam zu nutzen. Er erkenne auch die wirtschaftlichen Möglichkeiten (Steuereinnahmen, Arbeitsplätze) die auf dem Autohof entstehen. Aber: „Ich sehe auch die Belastungen und Probleme, die dieser Autohof mit sich bringt“, betont der Ratsherr.

Sein eindringlicher Appell an die Eilser Politiker: „Prüfen Sie die Planungen kritisch! Prüfen Sie die vom Planer vorzulegenden Unterlagen für den Umweltschutz! Fordern Sie eine Lärmprognose, eine Staubprognose sowie eine Geruchsprognose! Fordern Sie eine Begutachtung der Lichtproblematik sowie ein Gutachten zur Wertentwicklung der Grundstücke und Immobilien der angrenzenden Gemeinden! Lassen Sie all diese Gutachten durch einen unabhängigen Gutachter überprüfen!“

Informationen für unsere Mitglieder

Stand Dezember 2010

Liebe Mitglieder,

das Jahr neigt sich dem Ende zu und wir haben in diesem Jahr viel erreicht! Dank der zahlreichen Mitglieder, die der Verein in 2010 gewonnen hat, konnten wir speziell unsere Bemühungen gegen den geplanten Autohof angehen und durchsetzten.

Auf dem geplanten Areal sah man die letzten Jahre eine Vielzahl von Rehen - schön dass wir diese auch in diesem Winter weiter beobachten können..

Wir wünschen Ihnen von Herzen eine besinnliche und ruhige Weihnachtszeit und hoffen, dass Sie ein wenig Zeit für Besinnlichkeit in unserer schönen Natur der Samtgemeinde Eilsen finden werden.

Frohe Weihnachten und ein erfolgreiches, glückliches Jahr 2011 wünscht Ihnen

Ihr Vorstand

Geplante Veranstaltungen für 2011

• Wanderung durch die Aue nach Ahnsen zur Mühle mit Besichtigung

• Aufforsten des Naturschutzgebietes an der Luhdener Klippe

• Mitgliederversammlung

Mail to: igel.redaktion@web.de

Bericht der 1. Mitgliederversammlung des IGEL e.V. am 05.11.2010

Nachdem im März 2010 die Gründung des IGEL e.V. vollzogen wurde fand am 05.11.2010 die 1. ordentliche Mitgliederversammlung im Heeßer Krug statt. In der rund einstündigen Sitzung berichtete der Vorstandsvorsitzende Paul Mühe sen. über die Aktivitäten des Vereins seit der Einberufung einer Bürgerinitative im Februar 2010 über die Gründung im März sowie die zahlreichen Tagungsveranstaltungen und Aktionen. Im Anschluss fand die Entlastung des Vorstandes und der Kassiererin einstimmig durch die rund 35 anwesenden Mitglieder statt.

Nach dem offiziellen Teil der Versammlung trafen sich einige Mitglieder in den Räumlichkeiten der Gaststube um den Abend gemütlich ausklingen zu lassen.

Impressionen

Wanderung zum Idaturm mit der NABU

Am 10.Oktober 2010 wanderte der Igel mit der NABU in Richtung Idaturm. Auf dem Weg erklärte Dr. Holger Buschmann, Vorsitzender der NABU Niedersachsen, den Wanderern die Besonderheiten des Haarls, der Vegetation, über Laub- und Nadelwald und heimische Tiere.

Für den Spaß der Kinder sorgte ein Waldrallye quer durch den Haarl. Die kleinen Igel lösten mit viel Eifer die ihnen gestellten Aufgaben.

Auf dem Idaturm informierte Dr. Buschmann

anhand einer kurzen Präsentation über die aktuellen Projekte der NABU in Niedersachen, Schaumburg und der Gemeinde Eilsen.

Im Anschluss an den informellen Teil genossen die Teilnehmer bei wunderschönem Herbstwetter leckere Bratwurst und Getränke. Die kleinen Igel nutzen die Gelegenheit den Idaturm zu erklimmen.

Die Teilnehmer waren begeistert und würden sich über eine weitere Wanderungen in diesem Rahmen freuen.

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